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Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

„Jesus gave us the only way out of the madness of this world“ – „Jesus gab uns den einzigen Weg heraus aus dem Wahnsinn dieser Welt“ … steht auf einem Hinweisschild. In den USA gibt es viele Kirchengemeinden, die einen nachdenkenswerten Satz oder das Predigtthema des nächsten Sonntags auf großen Schildern veröffentlichen.

Dies hier ist ein öffentliche Bekenntnis zu Jesus. Und es ist gleichzeitig eine Kritik an der Politik und der Gesellschaft. Darf man so plakativ formulieren?
Ein Zeitsprung an einen anderen Ort: Es war eine turbulente Zeit damals in Jerusalem. Die Jünger Jesu bezeugten bei jeder Gelegenheit: „Jesus ist der Sohn Gottes. Er ist gestorben, damit jedem, der ihm glaubt, die Schuld vergeben und eine herzliche Freundschaft mit Gott geschenkt wird. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt und zum König über alle Welt gemacht.“
Ein anderer König als der Kaiser in Rom? Das war damals ein Unding!
Trotz des staatlichen Verbotes traten die Apostel auf den Plätzen öffentlich auf und ermutigten zum Glauben an Jesus Christus. Die Mächtigen setzten das Verbot mit Gewalt durch. Die Apostel wurden gefangengenommen.
Womit die Mächtigen nicht gerechnet hatten: Trotz Gefängnis blieben die Apostel innerlich frei. Und man hatte nicht an die Macht Gottes gedacht: Noch in der Nacht wurden die Gefangenen von einem Engel befreit. So steht es in der Apostelgeschichte. Und wieder standen die Apostel auf der Straße – und predigten. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Fast 2000 Jahre ist das jetzt her. Bis heute haben sich Christen mit diesem Satz im Herzen nicht mundtot machen lassen. Sie verweigerten sich der göttlichen Verehrung der römischen Kaiser. Sie protestierten gegen grausame Fürsten und Könige. Sie kämpften für das Ende der Sklaverei. Sie erhoben ihre Stimme gegen menschenverachtende Lebensbedingungen der Industrialisierung. Sie leisteten Widerstand gegen das Naziregime. Sie stehen zu ihrem Glauben in totalitären Staaten. Christen halten an Jesus fest – trotz terroristischer Bedrohungen wie durch die Milizen des Islamischen Staates.
Es ist nicht immer leicht, sich zu Jesus und zu Gott zu bekennen. Bequemlichkeit oder Furcht vor Menschen machen die Christen manchmal still.
Die Apostel damals erlebten, wie Gott sich zu ihnen bekannte. Er hat die Apostel beschützt und mutig gemacht. Gott hat ihnen, trotz aller Bedrohungen, tiefe innere Freude und Gelassenheit mit Jesus geschenkt, dem Herrn über alle Welt.
Ich will darauf vertrauen, dass Gott das heute genauso tut, wo immer ich ihm mehr gehorche als den Menschen.

Pastor Rainer Zimmerschitt, Evangelisch-methodistische Kirche